Tube Vitalizer

Programm-Equalizer

Der Tube Vitalizer präsentiert das patentierte Vitalizer Filter-Netzwerk in der aufwendigsten und schönsten Form.

Gemessen an den Möglichkeiten herkömmlicher EQs werden geradezu virtuose Eingriffe in das Klangbild mit höchster Effizienz möglicht. Beim Mischen, Mastering und Restaurieren erfüllt der Tube Vitalizer in jeder Hinsicht höchste Ansprüche.

 
Die Front des Tube Vitalizers ist in zwei separate Sektionen aufgeteilt: Auf der linken Seite der eigentliche Vitalizer und rechts die Abteilung Ausgang. Hier können Sie die Signale sowohl über eine konventionelle Transistorstaufe als auch über eine klassische Röhrenschaltung aus den 1950er Jahren führen.

Bei separater Nutzung der Röhrensektion verfügen Sie beispielsweise über einen Röhren-Line-Preamp von hoher Übersteuerungsfestigkeit und Rauscharmut, falls Sie in bestimmten Situationen "Röhrensound" auch ohne Vitalizer produzieren wollen.

Die gesamte Abstimmung der Effektintensitäten des Tube Vitalizers ist für feinfühlige Einstellungen ausgelegt, wie es vor allem den Bedürfnissen anspruchsvoller Anwender bei Mischungen, im Mastering und in der Restauration entspricht.
Die Vitalizer-Sektion basiert im Wesentlichen auf den Funktionen aller Vitalizer-Modelle. Grundsätzliches dazu finden Sie bereits in der Beschreibung des Vitalizer Mk2-T. Hier beschreiben wir die Unterschiede: Im linken Vitalizer-Bereich des Tube Vitalizers können Sie im Bass- und Hochtonbereich neben den konventionellen Kondensator-Filtern auch passive, auf Spulen basierende Filternetzwerke (LC-Filter) zuschalten. Spulen sind bekannt für ihr angenehmes Klangbild, da das Sättigen der Spule ein für das Hörempfinden angenehmes harmonikales Verhalten produziert. Der klangliche Unterschied wird durchaus treffend mit dem zwischen Röhren- und Transistorstufen verglichen. Bei der Bassbearbeitung erzeugt das Zuschalten der Spulen etwas mehr Druck, der Klang wird kerniger und größer. Dazu wird das Dämpfungsverhalten im Mittentonbereich verändert. Im Hochtonbereich wird die Präsenz und der Mittendruck erhöht. In Mastering-Anwendungen erweitern Spulenfilter das Repertoire der Bearbeitungsmöglichkeiten daher gleich um eine weitere klangliche Dimension.

Weitere, wesentliche Stufen sind die jeweils in den Bass- und Hochtonfilter-Pfad integrierten Kompressoren. Die Bearbeitung findet ausschließlich im Bass- oder Hochtonsignal statt - das Originalsignal bleibt unangetastet. Die Integration in den jeweiligen Filterpfad garantiert, dass nur die ausgewählten Signalbereiche beeinflusst werden, um die durch Bearbeitungen ggf. hervorgerufenen Pegelanhebungen effektiv und einfach ausgleichen zu können.

Die Kompressoren arbeiten mit einer "Soft-knee"-Regelcharakteristik, die durch unauffällige Arbeitsweise besticht. Attack, Release und Threshold des Kompressors sind entsprechend ihrer Frequenzbereich fest vorprogammiert. So wird die effiziente und enorm wichtige Pegelkontrolle mit höchstem Bedeinkomfort verbunden - Sie steuern die Kompressoren jewiels nur über einen einzigen Knopf.
Nach der Vitalizer-Bearbeitungsstufe durchläuft das Signal die Röhrensektion. Wie eingangs erwähnt, kann diese separat zugeschaltet werden. Ist die Röhrensektion deaktiviert, werden die Ausgangsstufen mit konventioneller Halbleitertechnik betrieben. Somit ist ein direkter A/B-Klangvergleich zwischen Röhren- und Halbleiterausgangsstufen möglich.

Die Röhrenstufe ist mit drei Röhren vom aufgebaut: zunächst durchläuft das Signal jedes Kanals jeweils eine "eigene" Röhre, dann werden die Signale zusammengeführt und durchlaufen die dritte Röhre. Diese Form der Schaltung hat sich aufgrund der charakteristischen Arbeitsweise von Röhren als vorteilhaft erwiesen, um eine möglichst hohe Kohärenz im Stereo-Bild zu erzielen und zugleich den Räumlichkeitseindruck zu intensivieren. Die verschiedenen Verstärkungsstufen werden durch erstklassige Kondensatoren mit einer Kapazität von 1µF im Ein- und Ausgang entkoppelt - dieser sehr hohe Wert stellt eine saubere Verarbeitung auch sehr tiefer und hoher Frequenzen sicher, so dass keine nenneswerte Limitierung des Frequenzumfangs stattfindet (ca. 30Hz-30 kHz).

Das Netzteil ist mit einer Verzögerungsschaltung versehen, die in den ersten 45 Sekunden nach dem Einschalten des Tube Vitalizers die Röhren zunächst mit einer Heizspannung von 6,5 Volt versorgt und erst dann die Anodenspannung von 250 Volt liefert. Dies verlängert generell die Lebensdauer der Röhren und garantiert darüber hinaus eine Klangqualität in langfristig unveränderter Qualität. Die Röhren selbst sind auf vergoldete Keramiksockeln gesteckt.

Als kleines Schmankerl bietet der Tube Vitalizer einen Shunt-Limiter. Dieser begrenzt den Pegel entsprechend einer auf die Röhren abgestimmten Kennlinie und versieht das Signal mit einem klanglichen Effekt, der dem Sättigungseffekt analoger Bandmaschinen ähnlich ist. Der Shunt-Limiter kann hauptsächlich bei der Einzelabnahme oder Gruppenbearbeitung (z.B. Drums) nützlich sein.
ALPS-Potentiometer vermitteln ein angenehmes "Löffel in Honig"-Drehgefühl und kommen einer feinfühligen Justage entgegen.

Zwei VU-Meter zeigen wahlweise Ein- oder Ausgangspegel an. Der Tube Vitalizer ist mit XLR- & Stereo-Klinkenbuchsen für symmetrischen Betrieb ausgestattet. Die verwendeten SSM-Präzisions-Symmetriestufen realisieren durch lasergetrimmte Widerstände eine sehr hohe Gleichtakt-Unterdrückung von über 87dB. Der asymmetrische Betrieb ist ohne Pegelsprung möglich.
Ein Schlüsselmerkmal der Vitalizer-Technologie ist die Demaskierung überlagerter Klanganteile. Im Prinzip geschieht dabei das Gegenteil, was für die Verringerung der Datenmenge bei komprimierten Wiedergabeformaten (MP3 etc.) sorgt: statt vermeintlich unnötige Klanginformationen zu löschen, werden sie besser hörbar gemacht. Dabei setzt der Vitalizer den Empfindungszeitpunkt einer Frequenz in Beziehung zu ihrer Lautstärke. Durch einen minimalen zeitlichen Versatz lauter Frequenzen werden leisere, zuvor überlagerte Klanganteile „demaskiert“ und somit hörbar.

Der klangliche Effekt der Demaskierung lässt sich nur sehr umfassend beschreiben: Eine Mischung profitiert von höherer Transparenz und verbesserter Tiefenstaffelung. Bässe klingen druckvoller und konturierter, die Mitten fokussierter und differenzierter, der Hochtonbereich frischer und brillanter. Bei Einzelkanalbearbeitungen können Sie den Klangcharakter von Instrumenten und Stimmen effektiv betonen. Die verbesserte Kontur bzw. Verständlichkeit garantiert eine geradezu greifbare Präsenz im Mix.

Eine weitere zentrale Besonderheit der Vitalizer-Klangoptimierung ist die Anpassung des Klangspektrums an die nicht lineare Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs. Audiometrisch belegt ist dieses Phänomen seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch die „Kurven gleicher Lautheit”, auch nach Ihren Entdeckern „Fletcher-Munson-Kurven“ genannt. Diese Kurven verdeutlichen die hohe Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs bei mittleren Frequenzen, also im Bereich der Sprache. Als Folge ist für einen ausgewogenen Höreindruck bei Frequenzen unter 200Hz und über 6000Hz Unterstützung nötig – der Bereich von 6kHz bis ca. 11Hz wird beispielsweise um bis zu 5dB schwächer wahrgenommen.

Der Vitalizer gleicht das Frequenzspektrum den Kurven gleicher Lautheit entsprechend dem menschlichen Gehör an, was insbesondere die Lautheit erheblich verbessert. Einzelne Elemente einer Mischung können so auch ohne Pegelzuwachs präsenter klingen. Ebenso profitiert die Wiedergabe des Summensignals von der Vitalizer-Bearbeitung, da Sie mit geringeren absoluten Schallpegeln die gleiche Lautheit erzielen.

Bob Ludwig

Gateway Mastering Studios


"I have been doing some re-issues and the
SPL Tube Vitalizer has been saving me!

It has been a fantastic tool for old tapes."
Ein- & Ausgänge
  • Instrumentationsverstärker, elektronisch symmetriert (differential), transformerlos
  • Nominaler Eingangspegel: +6 dB
  • Eingangsimpedanz: = 22 kOhm
  • Ausgangsimpedanz: < 600 Ohm
  • Max. Eingangspegel: +24 dBu
  • Max. Ausgangspegel: +22,4 dBu
  • Minimale Anschlusslast: 600 Ohms
  • Relais Hard Bypass
Messungen
  • Frequenzgang (ohne Röhren): 10 Hz - 100 kHz (100 kHz = -3 dB)
  • Frequenzgang (mit Röhren): 30 Hz - 100 kHz (30kHz=-3dB)
  • CCMR (Gleichtaktunterdrückung):- 100 dBu bei 1 kHz
  • THD & N: 0,002% bei 1 kHz
  • S/N CCIR 468-3: -83 dBu
  • S/N A-gewichtet: -89 dBu
Stromversorgung
  • Ringkerntransformator: 35 VA
  • Fuse (primär): 500 mA (230 V/50 Hz); 1A (115 V/60 Hz)
  • Fuse (sekundär): 315 mA (230 V/50 Hz); 630 mA (115 V/60 Hz)
  • Ground-Lift-Schalter, Spannungswahlschalter, Power Fail Safety
Maße & Gewicht
  • Standard EIA 19"/2HE
  • 482 x 88 x 237mm (BxHxT)
  • Gewicht: 4,9 kg


0 dBu = 0,775V. Technische Änderungen vorbehalten.

Bedienungsanleitungen